ADAC-Studie: Senioren auf dem Land mobil(er) machen!

Kein Arzt, keine Apotheke, kein Supermarkt weit und breit: Immer weniger Menschen leben auf dem Land, die Infrastruktur von Dörfern versteppt. Zurück bleiben die Alten. Lange fehlten allerdings belastbare Daten zur Mobilitätssituation von Senioren in ländlichen Regionen. Neue Studien des Berliner Instituts IGES im Auftrag des ADAC ändern das - und befragten mehrere Tausend Menschen ab 55 am Telefon: Wie kommen Sie von A nach B? Und welche Alternativen zum Auto gibt es?

Mobilität auf dem Land: Menschen von 55 bis Ü-75 untersucht

Bereits zwei Studien von ADAC und IGES Institut (2014 und 2016) untersuchten die Mobilität Älterer im ländlichen Raum (Link: https://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/fachinformationen/mobilitaet_laendlich/default.aspx). Aber, ländlicher Raum, was ist das überhaupt? Regionen mit weniger als 150 Menschen auf einem Quadratkilometer, die flächenmäßig zwei Drittel Deutschlands ausmachen, mit knapp einem Fünftel der Bevölkerung. Dabei zeigt nicht jedes ländliche Gebiet die genannten Defizite, sondern präsentiert sich - wie z. B. vermehrt in Westdeutschland - strukturell und wirtschaftlich stark. So konzentrierten sich die Befragungen auf strukturschwächere ländliche Regionen und drei Altersklassen: Die noch im Berufsleben stehende Kontrollgruppe der 55- bis 64-Jährigen, die 65- bis 74-Jährigen in der aktiven Phase nach Renteneintritt sowie die über 75-Jährigen - einer Lebensphase, bei der die Studie abnehmende Aktivität und Mobilität vermutete. Vier Handlungsfelder taten sich auf: Die Notwendigkeit, vor Ort passgenaue Lösungen zu finden, den öffentlichen Nahverkehr und motorisierten Individualverkehr zu optimieren, Potenziale innovativer Mobilitätsoptionen zu nutzen sowie die finanziellen Mittel dazu zu generieren.

Stellenwert Auto: Welche Alternativen werden genutzt?

Südbayern ist eine der Erhebungsregionen der neueren Studie, die die Altersgruppen hier über die Senioren hinaus ausweitete. August Markl, ADAC-Präsident und auch Südbayern-Vorsitzender, präsentierte die Studienergebnisse persönlich im ADAC-Kontext. Wie Antworten auf die Frage nach dem Stellenwert des Autos: Um mittlere und längere Distanzen flexibel, zuverlässig und bequem zu bewältigen, wird das Auto als einziges Fortbewegungsmittel genannt. Und autonomes Fahren? Immerhin 45 Prozent der Befragten äußerten, auch vollautomatisierten Fahrzeugen zu vertrauen. Mehr als jeder Zweite fährt selbst, aber fast jeder Fünfte steigt zum Einkaufen bei anderen mit zu. Offizielle Fahrdienste von Bürgern für Bürger und Carsharing? Kaum bekannt, seien diese - etwa im Vereinskontext vor Ort - zu fördern. Doch obwohl Elektromobile beim Thema Seniorenmobilität eine zunehmende Rolle spielen, tauchten diese in den Befragungen allenfalls beim Thema Pedelec auf. Dabei eröffnen sich durch elektromotorische Reisescooter (wie den klappbaren Luggie z. B.) gerade für Mitfahrer von Fahrgemeinschaften, aber auch gehbehinderte Senioren interessante Optionen flexibler Mobilität - sowohl von zu Hause zur Mitfahrgelegenheit als auch am Zielort.

Nahverkehr: PlusBus, Rufbusse, Elektromobile

Beim Thema Nahverkehr erwähnt die Studie auch Angebote wie das Brandenburger PlusBus-Konzept. Auf den Bahnfahrplan abgestimmt, hat PlusBus WLan und USB-Anschluss. Senioren nehmen beide digitalen Angebote gut an, zudem einige bereits Verkehrs-Apps nutzen oder de Nutzung erlernen möchten. Rufbusse wie im Landkreis Ebersberg fahren sowohl regelmäßig als auch abgelegene Haltestellen auf Anruf spontan an. Die Strecke von zu Hause dorthin könnten Senioren, aber auch Jugendliche, per Elektromobil überbrücken: Ist dessen Reichweite ausgereizt, wechselt man einfach in Bus und Bahn, oder? Daumen hoch, wenn das Seniorenmobil bestimmte Voraussetzungen erfüllt, wie: Vier Räder, 120 cm Maximallänge, höchstens 300 kg inklusive Fahrer, zusätzliche Feststellbremse (nicht überall wird die Magnetfeststellbremse akzeptiert) und die Fähigkeit, rückwärts in den Bus einzufahren. Im Einzelfall heißt es also: Nachfragen! Ein Fahrzeug mit guten Mitfahrchancen ist z. B. das Vermeiren Venus 4 Sport Mini: Das robuste 6 km/h E-Mobil mit sicher abschließbarer Heckbox und Abdeckhaube ist 104 cm kurz, 54 kg leicht, aber bis 113 kg belastbar.

E-Mobile: Fahrtraining für Pedelecs & Co.

Laut Befragung besitzt das Elektrofahrrad (Pedelec) großes - wenngleich saison- oder wetterabhängiges - Potenzial, den Radius Älterer zu erweitern. Wege dagegen zu Fuß und per Drahtesel zurückzulegen, variiert nach Wegezweck und Entfernung von Versorgungseinrichtungen und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Ein Fünftel der Befragten von 55 bis 65 aber plant den Kauf eines Pedelecs. Insofern schlägt die Studie vor, im Sinne der Unfallprävention verstärkt über Gefährdungen aufzuklären sowie Fahrtrainings durchzuführen - in Ergänzung des sicheren Ausbaus von Radwegen und Abstellmöglichkeiten an den Haltestellen. Allerdings setzen begrenzte Reichweite und schwierige Topografie, sprich Strecken mit vermehrter Steigung, diesen Fahrzeugen Grenzen. Insgesamt verrät die ADAC-Studie, dass Senioren sich bedarfsgerechte, finanzierbare Alternativen zum Auto und unflexiblen öffentlichen Verkehrsoptionen wünschen.

ADAC: Politik muss Mobilität sichern!

Entsprechend sieht der ADAC die Politik in der Pflicht, finanzielle Mittel bereitzustellen, um dafür zu sorgen, dass eine funktionierende soziale Gesellschaft auch die Mobilität ländlicher Bevölkerung (Bayern z. B. hat 90 Prozent ländliche Fläche) sicherstellt. In diesem Kontext spielen Mitnahmeverkehre durch Familie, Nachbarn und Freunde, aber auch entgeltliche Mitnahme eine zunehmende Rolle. Studienergebnisse, mit denen sich der ADAC an die Entscheider in den Regierungsbezirken wendet. Pauschale Patentlösungen gäbe es dagegen nicht, so August Markl - und fordert ein Plus an Kooperation, Flexibilität und Pragmatismus. Dabei komme dem motorisierten Individualverkehr (MIV) eine wichtige Rolle bei der Mobilitätssicherung zu - innovative ÖV-Angebote, von der alle Nutzergruppen vom Jugendlichen bis zum Arbeitnehmer, aber auch der Tourismus im Synergieeffekt profitierten. Multimodalität, die Kombination verschiedener barrierefreier Verkehrsmittel durch Verknüpfung von Verkehrsarten ist das Zauberwort - mit Mobilitätsstationen an zentralen Haltestellen und Bahnhöfen.

Wer soll's richten? Mobilitätsmanager

Die Empfehlung: Auf Kreis- und Landesebene so genannte Mobilitätsmanager etablieren, die Prozesse anstoßen und Mobilitätsangebote nicht selbst anbieten, sondern unabhängig organisieren und vernetzen sollen. Wegeketten sollen Angebote wie organisiertes Mitfahren im Auto zur Mobilitätsstation und von dort weiter Richtung Mittel- und Oberzentrum per Bus verknüpfen. ADAC-Fazit: Zugang und Erhalt von Mobilität auf dem Land ist entscheidender Faktor für Lebensqualität, denn ohne Alternativen zum eigenen Pkw seien Ältere vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten. Eine Einschätzung, die HMMso teilt: Senioren haben keine Zeit zu verlieren! Sie können nicht darauf warten, dass sich ein Mediziner erbarmt, aufs Land zu ziehen oder dass sich ein Tante-Emma-Laden dort ansiedelt - und halten kann. Und ergänzt: Elektromobile eröffnen eine praktikable Option, die persönliche Reichweite auszureizen - und auch bei ungünstigem Wetter geschützt, warm und trocken unterwegs zu sein.

Elektromobile: Weiter rumkommen!

Ihr Fachhändler kann Sie bei Ihrer Entscheidung für einen bedarfsgerechten, reichweitenstarken Wegbegleiter unterstützen, so dass Sie trotz Gehbehinderung (übrigens auch als Teenager mit Handicap) Alltag und Freizeit meistern sowie soziale Kontakte pflegen können. Eine zudem sparsame Lösung, die Sie mit unter einem Euro pro 100 km ziemlich günstig voranbringt. Gute Fahrt!

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