Ahoi! Barrierefreie Schiffsreisen mit Rollstuhl und Elektromobil

Wir wünschen einen schönen Tag an Bord! Während die anderen den Landausflug genießen. Barrierefreie Schiffsreisen und Kreuzfahrten locken mit Pflege und Betreuung an Bord - Mitnahme von E-Rollstuhl und Elektromobil kein Problem. Für Menschen mit Gehbehinderung und Handicap steckt der Reisespaß in Details: Nur wenn diese stimmen, sind unbeschwerte Tage auf Fluss und See garantiert. Allerdings gibt es selbst bei Veranstaltern, die auf barrierefreies Urlauben spezialisiert sind, große Unterschiede - in Seriosität, Angebot und Leistungsspektrum. Was müssen Sie beachten, bevor Sie buchen?

Das Pooldeck des Grauens: Rollstuhl und E-Scooter

Himmlisch weiche Teppiche, für behagliches Auftreten. Wer hier im Rollstuhl stecken bleibt, lernt die Titanic-Seite von Kreuzfahrtangeboten kennen. Kaum freigekämpft, rollt man zum, aber nicht in den Lift - kein Platz! Und für das Seniorenmobil der Bekannten ist der Lift zwischen Mittel- und Oberdeck gleich ganz tabu. Wo sind die versprochenen Aufzüge, groß genug für ein Pflegebett? Also irgendwie auf zum Wellnessbereich, mit Whirlpool, Dampfbad und Saunalandschaft: Auch diese sind weder rollstuhlgerecht noch barrierefrei, das Sonnendeck in Ermangelung eines Plattformlifters unerreichbar fern. Baden im Pool? Entsprechende Einrichtung und abgeflachter Zugang fehlen. Dafür informiert ein Schild neben den Stufen: "Pools für Rollstuhlfahrer nur mit Hilfe nutzen". Zumindest haben es einige Passagiere mit Reisescooter auf das 300 Meter lange Kreuzfahrtschiff geschafft: Gut für sie, denn um alle Angebote an Bord zu nutzen, sind auf den Decks einige Meter zurückzulegen. Aber dank extrakompakter Abmessungen schlüpfen die Seniorenmobile überall durch! Im Gedränge, so zeigt sich, ist eine Höchstgeschwindigkeit von unter 10 km/h völlig ausreichend. Kurzer Stopp? Nicht erwischen lassen, denn auf den Gängen ist das Parken von Mobilitätshilfen verboten. Geht ein langer erster Tag auf See zu Ende, heißt es, rein in die Kabine: Also Sitz abnehmen, Lenker niedrigstellen, E-Scooter schräg halten, an der Lenksäule gepackt, ab durch die enge Tür, während die Begleitperson sich gegen deren starken Schließmechanismus stemmt. Welch ein Zirkus! Sie wachen auf, schweißgebadet - nur ein böser Traum. Denn Sie haben an alle Eventualitäten im Vorab gedacht, auch dieses Mal wieder - und schlummern ein. Wird ein toller Urlaub ...

Mit Elektromobil und E-Rollstuhl auf Landgang?

Gut, wenn Ihr (Kreuzfahrt-)Schiff barrierefrei ist. Besser, es bietet Ihnen als Fahrer von Rollstuhl oder Elektromobil einen geeigneten Transfer, vom Bahnhof oder Flughafen zum Anlegeplatz sowie zum Landausflug im Tenderboot mit Hebevorrichtung. Leider zeigt die Realität, dass das Aussteigen nur in manchen Häfen machbar bzw. gar nicht erst möglich ist - etwa, weil man die Route wegen ungünstigen Wasserstands geändert hat. Außerdem fallen für Ausflugsangebote, die sich speziell an gehbehinderte Gäste richten, nicht selten Extragebühren an. Geht es zum Landausflug, klappt der Ausstieg nicht immer in Pierhöhe, sondern nur über steile Gangway. Wird ausgebootet, behalten sich - auch renommierte - Gesellschaften vor, zu schwere Rollstühle oder übergewichtige Fahrer aus Sicherheitsgründen gar nicht erst zu transportieren. Aber trösten Menschen mit Handicap in Ihren Webangeboten geradezu zynisch: Genießen Sie stattdessen den Tag an Bord! Empathiebegabte Veranstalter realisieren Barrierefreiheit nach Kräften - oder geben wenigstens zu, dass sie passen müssen. Verlängerung oder Vorübernachtung? Hier hat man ein barrierefreies Hotelangebot an der Hand, mit einer maximalen Zahl zugänglicher Bereiche - von Dachterrasse über Hotelpool bis Disco, von Ägypten bis Ägäis.

Ab in die Kabine - und dann?

Die meisten Kreuzfahrtschiffe bieten ein gewisses Kontingent rollstuhlgerecht ausgebauter Kabinen - das beste Verhältnis von barrierefreien zu normalen gewinnt. Idealerweise ist es zum nächsten Lift nicht weiter als 40 Meter. Natürlich muss Ihr Begleiter nicht als Kofferträger aktiv werden: Es gibt es eine Gepäckbeförderung zur Kabine. Bitte einzutreten - und dabei die bequem angeschrägte Schwelle von maximal 2 cm überwinden: Die Doppelkabine (zwei getrennte, unterfahrbare Betten) ist größer als 20 qm, die Tür mehr als einen Meter breit - genug Platz, um sich mit dem Rollstuhl darin zu bewegen. Es werde Licht! Der Schalter sitzt auf einem Meter Höhe, der Kleiderschrank erfreut mit herabklappbarem Liftsystem. Ein kleines Nickerchen? Die von 40 bis 120 cm elektrisch verstellbaren Betten sind randverstärkt - Erleichterung bei der Begleit- und Pflegeperson. Telefon bzw. Notrufknopf am Bett und im Bad geben Sicherheit. Die erfrischende Dusche anschließend wartet direkt in der Kabine. Im Prospekt steht "Dusche in Kabinennähe"? Finger weg, wenn Sie dieses Refugium nicht mit Fremden teilen wollen. Nutzen Sie den Hydraulik-Sitzlifter - und fühlen Sie sich gut aufgehoben - durch Haltegriffe überall. Die WC-Sitzhöhe passt nicht? Eine Toilettensitzerhöhung ist auf Anfrage zu haben. Wer ans unterfahrbare Waschbecken heranrollt, erkennt sich dank niedriger Unterkante auch im Sitzen im Spiegel - während eine Servicekraft das Bett für tagsüber zur Couch herrichtet.

Pflege an Bord? Gern, aber bitte qualifiziert!

Ja, die Crew unterstützt selbstverständlich Menschen mit Mobilitätseinschränkung - allgemein. Sehen Sie besser genau hin: Ja, es gibt Hilfe an Bord, aber zur stundenweisen Betreuung steht die Crew nicht bereit. Weshalb diese Veranstalter Menschen mit Handicap den etwas zynischen Rat geben, nicht allein zu reisen. Zum Glück nicht alle: Sind Begleitpersonen und (deutschsprachige) Pflegekräfte an Bord, gehen auch Alleinreisende auf große Fahrt. Apropos Pflege: Wie genau informiert die Anbieter-Homepage über die Details des Pflegeangebots, Qualifikationen der Pflegekräfte und die Möglichkeit, individuelle Wünsche, etwa zu Diäten, zu äußern? Ist die Reisebegleitung lediglich touristisch oder erbringt sie auch Pflegeleistungen? Kann man sie zu Hause vorab kennenlernen? Stellt der Veranstalter den Kontakt zu ambulanten Pflegediensten oder Pflegehotels inklusive 24-Stunden-Pflegepersonal in der Urlaubsregion her? Welche Extrakosten fallen für Pflege an bzw. was ersetzen die Kassen davon?

No-Gos: So erkennen Sie "schwarze Schiffsleute"

Wir liefern Maßarbeit, was Reisen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen angeht, pflegen Sie durch Fachkräfte, helfen, wenn Sie Hilfsmittel brauchen! Gehen Sie mit Rollstuhl und Elektromobil auf Entdeckungsreise! - Das hören wir alle gern, oder? Falls sich die Informationen eines mit Billigpreisen lockenden Anbieters von Schiffsreisen jedoch auf vollmundige Allgemeinplätze beschränken, sollten Sie hellhörig werden. Sie wollen und müssen es genauer wissen! Seriösen Veranstaltern ist klar, dass Sie als Mensch mit Mobilitätseinschränkung weder die Zeit, noch die Kraft haben, bei jeder Einzelheit persönlich nachzufragen. Deshalb stellen sie umfangreiche Informationen für Sie bereit, ob Hochsee, Flussreise oder Hausboot - am besten einschließlich Suchmaschine, fürs gezielte Stöbern nach barrierefreien Schiffsreisen. Einfühlsame Anbieter bitten Sie nicht, Ihre besonderen Bedarfe bindend im Anmeldeformular einzutragen - und nennen dies dann Beratung. Oder verweigern behinderten Reisenden die Mitnahme in letzter Minute ohne Erstattung der Reisesumme, wenn es, so wörtlich in gewissen AGB zu lesen "wahrscheinlich ist, dass es zu negativem Einfluss" dieses Reisenden "auf die verbleibenden Gäste" kommt.

Man spürt: Weltweit einheitliche Standards bei Schiffsreisen stehen noch aus, weshalb gute Reiseveranstalter Prüfchecks vor Ort machen, die Checkliste im Anschlag: Hält die Reederei, was sie an Know-how und Unterstützung verspricht? Sicher, Sie sind Kompromisse gewohnt, aber es gibt unverzichtbare Aspekte, die man sich schriftlich geben lassen sollte. Schließlich geht es um nichts weniger als Ihre schönsten Wochen des Jahres - gute Fahrt!

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