Senioren Scooter - gut für die Gesundheit?

Nach Lust und Laune unterwegs sein - eine Selbstverständlichkeit! Bis etwas passiert: Senioren Scooter versprechen, dann mit dem passenden Fahrzeug in die Bresche zu springen - und verlorene Alltagsmobilität und Lebensfreude zurückzugeben. Schließlich rostet, wer rastet, weshalb Bewegung jeder Art willkommen ist und bereits leichte Aktivitätssteigerung viel bewirken kann. Über die Gesundheitseffekte der beliebten Senioren Scooter gibt es bislang nur wenig gesicherte Erkenntnisse: Ist ein Senioren Elektromobil ein Jungbrunnen oder macht es uns nur träge?

Bewegung: Pflegebedürftigkeit vorbeugen

Den gesundheitlichen Vorteilen des Zufußgehens auf der Spur, brachte eine britische Studie zu Tage: Jeder Mensch in England legt pro Jahr im Schnitt 923 Wegstrecken zurück - 22 Prozent davon auf Schusters Rappen (National Travel Survey 2014). Allerdings steigt - nicht nur in Großbritannien - der Prozentsatz derjenigen, die Probleme mit dem Laufen haben, mit dem Alter. Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Senioren Elektromobil treten an, dieses Defizit auszugleichen. Aber tun sie auch etwas für die Gesundheit? Fest steht zunächst: Um ein Senioren Elektromobil zu führen, ist eine gewisse physische und psychische Fitness Voraussetzung. Denn nachgewiesenermaßen wirken Aktivitäten wie Ausdauersport dem Abbau altersbedingter, kognitiver und sensomotorischer Fähigkeiten ab 65 entgegen (vgl. Huxhold, 2009). Entsprechend richtet sich das Programm "Älter werden in Balance" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit vielen Tipps an Senioren ab 65. Die Idee: Krankheiten und Einschränkungen vorbeugen, um eine Pflegebedürftigkeit durch ein Training vieler Körperfunktionen bis ins hohe Alter maximal hinauszuzögern. Dabei soll physisches und psychisches Fithalten nicht zuletzt den Weg zu sozialer Teilhabe als wichtiger Voraussetzung für Wohlbefinden ebnen. Die zugehörige Broschüre "Aktiv im Alter, aktiv im Leben" (Link: www.bzga.de/infomaterialien) enthält konkrete Anregungen und Übungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen: Beine, Arme und Oberkörper kräftigen, Beweglichkeit und Geschicklichkeit trainieren u. v. m.

Bewegungsradius erweitern, Verfall aufhalten

Das kommt Ihnen bekannt vor, weil Sie bereits Senioren Scooter fahren? Ja, auch um sicher unterwegs zu sein, braucht es ein wenig Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer. Senioren Elektromobil fahren trainiert diese, aber ohne zu überfordern: Nicht ohne Grund verfügen Fahrzeuge wie Kymco Elektromobile über Spezialhalterungen - Gehstock und Rollator sind dabei, wenn es zu Fuß weitergeht. Das trauen Sie sich nicht zu, scheuen die Kraftanstrengung? Verständlich, wo Bewegung Mühe kostet, zuweilen sogar schmerzt. Ein Teufelskreis: Sie scheuen sich, unterwegs zu sein, bewegen sich weniger, werden immer steifer. Mit dem Bewegungsradius nimmt auch der Antrieb ab: Einkaufen, zur Sparkasse, in den Bus zum Arzt steigen - kaum noch zu schaffen. Die gute Nachricht: Es ist möglich, Verfall und Gelenkversteifung durch Bewegung entgegenzuwirken - und nebenbei Übergewicht abzubauen, das Gelenke und Organe zusätzlich belastet. Alles im Fluss? Dann sinkt die Thrombosegefahr - und steigende Hirndurchblutung macht auch geistig fit. Geistige und körperliche Beweglichkeit lassen am öffentlichen Leben teilhaben, körperliche Aktivität an der frischen Luft stärkt Immunsystem und Seele. Einen Überblick über alle Zentren für Bewegungsförderung finden Sie hier: (Link: www.in-form.de/profiportal/in-form-vor-ort-erleben/projekte/projekte/zentren-fuer-bewegungsfoerderung.html). Ja, und auch ein Senioren Elektromobil fordert - und fördert Körperbewusstsein, Aufmerksamkeit, Balance und Bewegungslust - weit mehr als eine Fahrt im Linienbus. Selbst dann, wenn Sie nie Sport getrieben haben.

Soziale Teilhabe und neue Ziele gegen die Depression

Ein Senioren Elektromobil lässt weiter dabei sein und hilft vielleicht, drohende Depressionen zu umschiffen, deren Risiko sich durch Einsamkeitserleben und Mangel an sozialer Teilhabe sowie körperliche Erkrankungen erhöht. In der Forschung gilt die Erkenntnis, dass die Stärkung des Bewusstseins, die eigene Situation zu kontrollieren, hier wirksam gegensteuert - mittels Strategien, die darauf setzen, persönliche Aktivitäten und soziale Kontaktnetzwerke auszubauen (vgl. Saß, Wurm, Ziese 2009). Wo passiert Mobilität? Für Psychologe Georg Fraberger im Kopf - wie er in einem Interview bekräftigte (Link: https://www.aktion-mensch.de/magazin/fokus/Interview_Fraberger.html). Selbst mit Handicap, weil ohne Beine und Arme geboren, ist für ihn Mobilität eine Sache der inneren Einstellung. Dabei liebt es Fraberger, Auto zu fahren - besonders, wenn er dazu attraktiven Grund und Ziel hat. Auch für Senioren mit Senioren Scooter eröffnen sich Ziele: Die Chance, diese anzusteuern, kann höchst motivierend sein. Motivieren will Fraberger auch traumatisierte Unfallopfer, die er in seiner Ambulanz betreut. Nicht zuletzt durch sein eigenes Beispiel, aber mit viel Geduld führt der Psychologe vor Augen, wie es sich mit viel Motivation, aber trotz Handicap normal leben lässt. Ein Beispiel, das Mut macht.

Senioren Scooter: Englische Studien belegen positive Effekte

Zweifel bleiben: Tut Senioren Scooter Fahren etwas für die Gesundheit, oder macht es mich nur träge und steif, weil es dazu verführt, jetzt Wege, die früher zu Fuß bewältigt wurden, fahrend zurückzulegen? Die Forschungsliteratur rund um Senioren Scooter ist noch dünn gesät, wenngleich Nutzerbefragungen positive Effekte auf die Lebensqualität Betroffener vermelden - vor allem, weil es ihnen erlaubt, wieder komfortabel und ausdauernd an Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen ohne Fahrzeug verschlossen waren. Außerdem sind Senioren Scooter ernstzunehmende Verkehrsteilnehmer - und treffen bei vielen Gebäuden auf verschlossen Türen, was zu Fuß gehen bedeutet. Zusätzlich muss ich in der Lage sein, meinen Kopf zu drehen, um hinter mich zu sehen (Spiegel sind kein Ersatz) - oder auf holprigem Untergrund die Balance halten. Allesamt Situationen, die fordern - und, vorausgesetzt, dass ich sie physisch und psychisch bewältige, meine Leistungsfähigkeit langfristig nur stärken, nicht schwächen! Doch wer soll bewerten, ob ich mir die Sache zutrauen darf? Gute Fachberatung - und ich selbst, indem ich vor dem Ernstfall das Fahren trainiere. In beider Hinsicht besteht Ausbaubedarf, nicht nur in England: Eine Studie des National Health Service belegt zudem die Notwendigkeit von individueller Scooterfunktionen, die an die Fahrerfähigkeiten angepasst sind. Darüber hinaus untersuchten Hoenig et al. (2007) den Effekt des Scooterfahrens auf die Gehfähigkeit von Menschen mit Kniearthrose und rheumatoider Arthritis: Signifikante Unterschiede von Probanden und Kontrollgruppe in puncto Gehfähigkeit oder nachteile Wirkungen auf diese gab es keine! Aber alle Senioren Scooter Fahrer hatten den Radius ihrer Aktivitäten deutlich erweitert, wie Roselle Thoreau in ihrem Artikel auf sciencedirect.com erläutert (Link: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214140515000201).

Mein Ziel: Ein Senioren Elektromobil fahren

Fazit: Gesundheitsförderung ist in jedem Alter sinnvoll, auch bei bestehender Einschränkung - und das Kämpfen um Fortschritte befriedigend, weil von Erfolg gekrönt. So genannte "Selbstwirksamkeitserwartungen" gehören dazu: Überzeugt zu sein, dass man neue, auch schwierigere Herausforderungen durch eigene Kompetenz bewältigen kann, stellt eine psychische Ressource dar (vgl. Tesch-Römer, Wurm, 2009). Auch die Anschaffung eines Senioren Scooter kann eine solche Herausforderung und ein (Trainings-)Ziel sein. Und eine Belohnung für das eigene Bemühen, endlich in körperliche Bewegung und Aktivität zu investieren. Seniorenmobile bewegen - denn Mobilität ist gesunde Lebensqualität! Weiterlesen zu Prävention im Alter? (Link: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-im-quartier/aktiv-werden-fuer-gesundheit-arbeitshilfen/teil-6-gesund-und-aktiv-aelter-werden/praevention-lohnt-sich-in-jedem-alter/)

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