Trotz Schwerbehinderung Senioren Scooter fahren?

Die Beine wollen nicht mehr, der Rollator ist nur für kurze Strecken eine Lösung. Senioren Elektromobile als Alltagsbegleiter für Schwerbehinderte versprechen mehr Teilhabe, mehr Normalität im Alltag: Andere Menschen treffen, einkaufen, mit Bus und Bahn zum Arzt fahren. Als Elektrorollstuhl ist ein Senioren Scooter anerkanntes Hilfsmittel, geregelt in § 33 Sozialgesetzbuch (SGB V). Anspruch besteht, wenn das Senioren Elektromobil einer Behinderung vorbeugt, diese ausgleicht oder deren Auswirkungen abmildert - auch für schwerbehinderte Seniorenheimbewohner, für Spazierfahrten auf dem Gehweg im Schritttempo, ohne Helm und Führerschein.

Senioren Elektromobil: Wer zahlt?

Krankenkasse und Pflegeversicherung (bei Pflegestufe) können die Kosten für ein Senioren Elektromobil (Leihfahrzeug) anteilig oder komplett übernehmen; Stromkosten stets voll. Sind Unfall oder Berufskrankheit Ursache eingeschränkter Gehfähigkeit, ist die Unfallversicherung potenzieller Kostenträger. Nur für 6 km/h Senioren Elektromobile, die im Hilfsmittelverzeichnis stehen, werden Kosten übernommen - Sie zahlen lediglich zehn Euro dazu. Mittels wirtschaftlicher Aufzahlung ist es möglich, ein Senioren Elektromobil mit umfangreicherer Ausstattung zu erhalten - aber der Bewilligungsweg etwas steinig. Auch auf ein Neufahrzeug besteht kein Anspruch: Verweist man Sie auf einen gebrauchten Senioren Scooter, ist die Wartung jedoch inbegriffen. Ihre Gehfähigkeit ist im Rahmen der Grundbedürfnisse, sprich, beim Bewegen in der eigenen Wohnung oder deren Verlassen für Alltagsbesorgungen stark eingeschränkt? Ein Rollator allein reicht dazu nicht aus und Sie sind nicht mehr in der Lage, einen handgetriebenen Rollstuhl zu bedienen? Dann stehen Ihre Chancen auf Kostenübernahme prinzipiell gut - falls Sie physisch und mental in der Lage sind, ein Seniorenmobil zu fahren und außerdem über Restgehfähigkeit verfügen. Die Schwere von Erkrankungen ist dabei nicht maßgeblich: Sie sind herzkrank, haben Gelenkprobleme und das Radfahren fällt Ihnen schwer? Nur bei umfangreichen Einschränkungen der Mobilität hat Ihr Antrag Aussicht auf Erfolg.

Freie Fahrt für E-Scooter und E-Rollstuhl? 

Schwerbehindert und stolzer Besitzer eines Elektromobils? Dann haben Sie mit neuen, oft innerstädtischen Barrieren zu kämpfen - wie eine Seniorin in Köln-Nippes mit Schwerbehinderten-Ausweis, die nur noch kurze Strecken gehen kann. Leider bleibt ihrem 70 cm breiten E-Rollstuhl nur etwa ein Meter Korridor: Der Rest ist durch Autos versperrt, die mit zwei Rädern auf dem Gehweg parken - zu wenig Raum, um ohne Unfallgefahr zu fahren. Die Empfehlung an die Seniorin: Falschparker abschleppen lassen! Inzwischen verhindern - ein erster Schritt - Poller das unerlaubte Parken, aber der 18 cm hohe Bordstein wurde dabei nicht abgesenkt. Eine Rampe (aktuell eine Ordnungswidrigkeit) wurde der Schwerbehinderten nicht bewilligt, aus Angst, einen Präzedenzfall zu schaffen. Doch Herbert Clasen, Seniorenvertreter für Nippes, hält in der Sache Kontakt zur Stadtverwaltung.

Schwerbehindert mobil mit Bus und Bahn?

Seit dem 1. Januar 2017 teilt Harald Peterlick (66), zu 100 Prozent schwerbehindert, sein Schicksal mit E-Scooter Fahrern bundesweit. Der Hamburger, der nur an Krücken gehen kann, darf mit seinem Shoprider TE 888 nicht mehr im Bus zum Arzt oder Einkaufen mitfahren, obwohl sein Schwerbehindertenpass erhebliche Gehbehinderung und die Notwendigkeit ständiger Begleitung ausweist. Der Grund: Mit über 1,20 m ist sein Senioren Scooter zu lang - ein Anspruch an Kompaktheit, den die meistverkauften Senioren Elektromobile nicht erfüllen. E-Rollstühle dagegen sind in Hamburg kein Problem. Um den Umgang mit dem E-Scooter im Hamburger ÖPNV in Bus, U- und S-Bahn zu üben, konnten und können Schwerbehinderte zum Beispiel Trainingsangebote der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für Behinderte (LAG) nutzen. Ein Gutachten der Verkehrsbetriebe bremst diese nun aus. Jedes Bundesland scheint sein eigenes Süppchen zu kochen: So stellt für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Senioren Scooter Länge kein Problem dar, auch auf spezielle Plaketten wird verzichtet. Berlin vertraut darauf, dass alle Mitfahrer mit Augenmaß handeln. Ist der begrenzte Platz durch Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bereits belegt, müssen zusteigende Senioren Scooter den nächsten Bus nehmen. Nichts anderes blieb auch einem Gütersloher im Dezember 2016 übrig. Wie die Neue Westfälische berichtete, wurde dem seit einem Unfall schwerbehinderten Rentner die Beförderung verweigert, nachdem er mit leerer Batterie und ohne Handy liegengeblieben war. Die Stadtwerke Gütersloh gaben dem Busfahrer unter Berufung auf Empfehlungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Recht, das hier Gefährdungspotenzial sieht. Und der Gehbehinderte? Ist ab jetzt nur noch mit Ersatzbatterie unterwegs.

Geht nicht, gibt's nicht: Nur wer kämpft, kann gewinnen

Als Schwerbehinderter können Sie ein Senioren Elektromobil bei Krankenkasse bzw. zuständigem Sozialamt beantragen. Allerdings: Die eine zahlt, die andere nicht - Krankenkassen handhaben Anträge auf diese motorisierten Krankenfahrstühle nach eigenem Ermessen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Er muss per Verordnung bescheinigen, dass die Anschaffung des Senioren Scooter zwingend ist, einschließlich Hilfsmittelnummer und genauem E-Scooter Typ. In der Produktsuche des Hilfsmittelverzeichnisses können Sie unter dem Stichwort Elektromobil nach Produkt, Hersteller etc. suchen (Link: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/HimiWeb/produktliste.action). Je genauer die Bezeichnung im Rezept, desto wahrscheinlicher, dass Sie auch dieses Fahrzeug erhalten. Darüber hinaus müssen Sie nachweisen, dass Sie fahrtauglich sind - am besten per Probefahrtbericht. Angst, den Kostenrahmen Ihres Arztes zu überschreiten, müssen Sie nicht haben - Senioren Elektromobile sind nicht Teil des Arzneimittelbudgets. Falls möglich, sollten nicht nur der Hausarzt, sondern auch Fachärzte, Therapeuten etc. Ihren Bedarf bescheinigen - vor allem, wenn es zu Widerspruch und Klage vor dem Sozialgericht kommt. Übrigens: Eine Pflegestufe ist nicht zwingend! Als eine Mindestvoraussetzung gilt das Merkzeichen aG im Behindertenausweis, mit dem Grad der Behinderung (GdB) und dem zusätzlichen Merkzeichen H (Inanspruchnahme einer Begleitperson) steigen die Chancen.

Senioren Scooter vor Gericht erstreiten?

Gut, wenn sich Ihr Sanitätshaus mit dem Thema Widerspruch ein wenig auskennt: Die bei Ablehnungen verwendeten Formularschreiben lassen vermuten, dass die Bereitschaft, Erstanträgen nicht zu entsprechen, ein gewisses System hat. Oft prüft auch der Medizinische Dienst (MDK): Brauchen Sie das Senioren Elektromobil wirklich? Können Sie es überhaupt fahren? Erhalten Sie Ihren Senioren Scooter, besteht zwischen Ihrer Krankenkasse und dem Fachhändler ein Vertrag für einen bestimmten Nutzungszeitraum. Läuft dieser ab, regelt Ihr Sanitätshaus weiteren Bedarf mit der Kasse - eventuell ist eine Folgeverordnung einzureichen. Wird Ihrem Widerspruch dagegen nicht abgeholfen, bleibt nur noch der Weg vors Sozialgericht. Die Alternative dazu? Ein bezahlbares (Gebraucht-)Fahrzeug mit Garantie selbst anzuschaffen, hat einige Vorteile - von komfortablerer, bedarfsgerechterer Ausstattung über größere Reichweiten, bis zum persönlichen Lieblingsdesign!

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