Versicherung Elektromobile & Scooter, welche Pflicht gilt?

Versicherungspflicht Elektromobil & Senioren Scooter: Das sollten Sie jetzt wissen ..

Einfach losbrausen, wann Sie Lust haben, die Ohren im Wind: Sie denken über den Kauf eines Elektromobils nach? An Themen wie Haftung und Versicherung zu denken, gehört dazu. Doch wie müssen Sie Elektromobil, Senioren Scooter und Elektrorollstuhl versichern, um gutem Gewissens durchzustarten? Welche Versicherung muss Ihr Elektromobil haben - und welche Absicherung macht darüber hinaus noch Sinn?

 

Was sagt das Pflichtversicherungsgesetz dazu?

Jeder Halter eines Kraftfahrzeugs mit regelmäßigem Standort im Inland muss eine Haftpflichtversicherung abschließen - und zwar für sich selbst, den Eigentümer und den Fahrer. So schreibt es das Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter (Pflichtversicherungsgesetz) in § 1 vor. Wozu? Um Personenschäden, Sachschäden und sonstige Vermögensschäden abzudecken, die durch den Gebrauch des Fahrzeugs entstehen können. Und zwar nicht irgendwo, sondern - gem. § 1 Straßenverkehrsgesetz - auf öffentlichen Wegen oder Plätzen. Auch, wer einen Krankenfahrstuhl ohne Versicherung fährt, missachtet § 1 Pflichtversicherungsgesetz.

Was hat mein Senioren Scooter mit einem Krankenfahrstuhl zu tun?

Krankenfahrstuhl? Ich dachte, in diesem Ratgeber geht es um Elektromobile? Sie sind hier trotzdem richtig - lesen Sie bitte weiter: Hinter dem Begriff Krankenfahrstuhl verbirgt sich nach § 4 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ein Einsitzer mit Elektroantrieb. Dazu gehören Senioren Scooter genauso wie Kabinen Elektromobile mit Dach und Türen für eine Person - und Elektrorollstühle. Bedingung: All diese dürfen bauartbedingt nicht schneller als 15 km/h sein. Fahrzeuge über 10 km/h dürfen sogar schon 15-Jährige fahren, langsamere Krankenfahrstühle auch jüngere Teenager und Kinder - mehr Mobilität für junge Menschen mit Gehbehinderung! Ein Führerschein ist zum Führen solcher Elektromobile nicht nötig. Wo dürfen Sie damit fahren? Auf öffentlichen Wegen und Plätzen, sprich, laut § 24 Straßenverkehrsordnung (StVO) auf Gehwegen, über Zebrastreifen - und im Schritttempo durch die Fußgängerzone. Denn als Krankenfahrstuhlfahrer sind Sie verkehrsrechtlich ein Fußgänger. Und wie ein Fußgänger dürfen Sie nur auf Radweg oder Straße wechseln, wenn der Gehweg fehlt.

Wie müssen Sie einen Elektrorollstuhl versichern?

Ergo: Ein Elektrorollstuhl kann ein Krankenfahrstuhl sein, aber nicht jeder Krankenfahrstuhl ist ein E-Rollstuhl - auch wenn der Begriff dies fälschlich nahelegt. Als solcher gilt für Elektrorollstühle beim Thema Versicherung im Prinzip das gleiche wie für E-Scooter und Seniorenmobil: Für E-Rollstühle bis 6 km/h besteht keine Versicherungspflicht. Oft deckt hier die private Haftpflichtversicherung Schäden ab, die Sie als E-Rolli- oder Seniorenmobil-Fahrer anderen zufügen. Prüfen Sie Ihren Privathaftpflicht-Vertrag daraufhin, um ihn ggf. anzupassen. Ihr Elektrorollstuhl macht mehr als 6 km/h? Dann brauchen Sie - ebenso wie für ein Senioren Elektromobil - eine Kfz-Haftpflichtversicherung und ein Kennzeichen am E-Rollstuhl-Heck, plus eine dreieckige Heckmarkierungstafel. 

Wann Elektromobil versichern? Bis 6 km/h nicht, darüber: Ja, bitte!

Müssen Sie Ihr Senioren Elektromobil also versichern? Das kommt darauf an, wie schnell und wo Sie fahren möchten! Mit einem 6 km/h Senioren Scooter sind Sie verkehrsrechtlich ein Fußgänger. TÜV und Versicherung dagegen heißt: Freie Fahrt auf der Straße! Es sei denn, Sie möchten mit Ihrem Fahrzeug nur auf Privatgelände kreisen. Dann brauchen Sie keine Kfz-Haftpflicht. Eine Beschränkung, die übrigens auf zahlreiche schnelle E-Scooter zutrifft, die derzeit auf Online-Plattformen boomen. Vorsicht, denn viele Anbieter dieser Flitzer weisen Sie als Käufer nicht immer auf Versicherungspflicht bzw. nicht vorhandene Straßenzulassung hin.

Welche Elektromobile müssen Sie versichern?

Ihr Elektromobil bringt - mit 10 km/h, 12 km/h, 15 km/h oder gar 25 km/h - mehr als eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h? Dann braucht es eine Haftpflichtversicherung. Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) bescheinigt, dass Ihr Senioren Scooter den nationalen Bauvorschriften entspricht. Müssen Sie Ihr E-Fahrzeug nun regelmäßig beim TÜV zur Hauptuntersuchung vorstellen? Nein: Wenn Sie ein Elektromobil kaufen, ist der TÜV herstellerseitig schon mit drin. Dennoch hat der Gesetzgeber vor einigen Jahren die Bestimmung erhoben, dass Fahrzeug vor Ort nochmals beim Straßenverkehrsamt abgestempelt werden müssen. Unsere Vermutung, dass der Gesetzgeber diesen wachsenden Markt erkannt hat und gerne selber daran paar Groschen verdienen möchte. Das beigefügte Gutachten ( was Sie von Ihrem Händler bei dem Kauf erhalten sollten ) für ein Betriebs-erlaubnispflichtiges Fahrzeug muss der für Ihren Wohnsitz zustän­digen Straßenverkehrsbehörde ("Zulassungsstelle") vorgelegt werden. Erst von dort wird die gesetzlich geforderte Einzelgenehmigung für das Fahrzeug erteilt.

Wie melden Sie Ihr Elektromobil an?

Wenn Sie Ihr Senioren Elektromobil anmelden, bekommt es ein Nummernschild, das wie ein Mopedkennzeichen aussieht. Haben Sie Ihren Beitrag bezahlt, erhalten Sie das Kennzeichen von Ihrem Versicherer. Die Kosten? Mit unter 100 Euro pro Jahr erschwinglich. Das Versicherungskennzeichen hat jeweils vom 1. März bis Ende Februar des neuen Jahres Gültigkeit und ist jährlich zu erneuern. Jetzt schrauben Sie Ihr Nummernschild gut sichtbar am Heck an. Jedes Jahr wird - nach Art einer TÜV-Plakette - eine neue Farbe vergeben: So ist unübersehbar, dass Ihr Senioren Elektromobil ordnungsgemäß versichert ist.

Warum Sie Ihr Elektromobil stets versichern sollten

Wie gesagt, für ein Elektromobil bis 6 km/h Höchstgeschwindigkeit brauchen Sie keine Haftpflichtversicherung. HMMso rät Ihnen aber trotzdem dazu. Warum? Auch bei gemächlichem Tempo und noch so umsichtiger Fahrweise können Unfälle passieren: Plötzlich touchieren Sie ein parkendes Fahrzeug. Oder biegen schnell um die Häuserecke, um direkt mit einem Fußgänger zu kollidieren. Eine Haftpflichtversicherung federt die finanziellen Folgen ab. Bei einem E-Scooter bis 6 km/h kann im Schadensfall auch Ihre private Haftpflichtversicherung einspringen und Sach- und Personenschäden abdecken. Kann - besser, Sie informieren Ihre Versicherung, dass Sie ein Senioren Elektromobil angeschafft haben und lassen sich schriftlich bestätigen, dass dieses wirklich Teil Ihres aktuellen Vertrages ist.

Warum eine Teilkasko Sinn macht

Sie sehen - vor dem Start sind ein paar gesetzliche Auflagen zu erfüllen. Wie z. B., als Fahrer stets die Betriebserlaubnis dabei zu haben. Kurz nicht aufgepasst, schon passiert: Der Elektrorollstuhl zerkratzt den Autolack oder Ihr E-Rolli wird durch Dritte beschädigt, die manchmal leider keine Haftpflichtversicherung haben. Auch, wenn Sie Ihr Senioren Elektromobil in Bus und Bahn mitnehmen, können Sie andere in Mitleidenschaft ziehen. Für solche Fälle sollten Sie über eine (Teil-)Kasko¬Versicherung nachdenken - besonders, wenn Sie ein wertiges High-Tech-Kraftpaket mit Premium-Ausstattung fahren.

Was, wenn mein Elektromobil gestohlen wird?

Ihr Senioren Scooter wird im Treppenhaus gestohlen? Hilfsmittel gelten normalerweise als Hausrat. Eine Hausratversicherung kann bei Schäden durch Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Raub leisten. Fragen Sie Ihren Versicherer, ob Ihre Hausratversicherung auch Ihr Seniorenmobil einschließt - und in welcher Höhe. Scheint diese Deckungssumme zu gering, kann eine Teilkaskoversicherung sinnvoll sein. Aber: Ob Hausrat oder Kasko, um vollen Versicherungsschutz zu genießen, müssen Sie oft Bedingungen erfüllen - wie die, Ihr Fahrzeug fachgerecht zu sichern und mit einer Alarmvorrichtung auszustatten. 

Warum nicht jede Versicherung nötig ist

Im Prinzip sind Elektrorollstuhl und Elektromobil durch Hausratversicherung und Haftpflicht schon recht gut abgedeckt. Aber es gibt Situationen, wo beide meist nicht zahlen: Zum Beispiel, wenn Sie es irgendwo vergessen. Kein Fall ohne die passende Versicherung - von Wertsachenversicherung bis zur speziellen Rollstuhl- oder Elektromobilversicherung als Sonderform der Kasko. Natürlich sollten Sie Elektrorollstuhl und Senioren Scooter gut absichern, aber nicht zu gut! Denn Versicherungen sind für ihren kreativen Erfindungsreichtum bekannt. Nicht jedes Paket ist sinnvoll. Fazit: Lieber wenig buchen, aber dafür das Richtige!

Wann die Versicherung nicht zahlt

Auch am Lenker und Joystick von E-Rolli und Elektromobil gelten Regeln und Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer! Grobe Fahrlässigkeit, bei der die Versicherung nicht zahlt. Dies trifft zu, wenn

- Sie durch Alkohol. Medikamente oder Rauschmittel fahruntüchtig sind
- Sie auf eine Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind, aber ohne unterwegs sind
- Sie übermüdet und deshalb unaufmerksam fahren
- Sie durch eine leichtfertige Fahrweise auffallen
- Sie in der Fußgängerzone freilaufenden Hunden ausweichen
- Ihr Fahrzeug abstellen und den Zündschlüssel stecken lassen
- Sie jemand anderen fahren lassen, der nicht mitversichert ist
- Sie die Straßenverkehrsregeln missachten, indem Sie rote Ampeln, die Vorfahrt etc. ignorieren

Weitere Informationen über verschiedene Themen finden Sie in unserem Ratgeber für Elektromobile. Sollten Sie weitere Fragen zu Elektromobilen haben können Sie sich gerne an unser Service - Team unter der Telefonnummer 04103/9654104 wenden.

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  • icherbitte Haftpflichtantrag

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