Senioren Scooter in der Mietwohnung? Geht doch!

Einkaufen, Freizeitaktivitäten starten, alltags zum Job fahren und am Wochenende über Land touren - für Menschen, denen das Gehen zunehmend schwerfällt, scheint ein Senioren Scooter hohe Mobilität bei flexibler Unabhängigkeit zu versprechen. Auch in der Mietwohnung? Prinzipiell muss niemand, der mit der Anschaffung eines Scooters liebäugelt, extra deswegen umziehen.

Senioren Elektromobile mit in die Wohnung nehmen?

Mieter, die über keine eigene Garage verfügen, können ihren zerlegbaren Scooter in Form weniger, leichter Elemente auch im Kofferraum ihres Wagens aufbewahren. Oder ihren Scooter mit Plane oder Faltgarage gegen Witterungseinflüsse schützen - sofern ein entsprechender Stellplatz zur Verfügung steht. Je kleiner, flexibler und zerlegbarer, desto einfacher, das Seniorenmobil in die Mietwohnung zu transportieren - trotzdem stellt diese Entscheidung - von faltbaren Reise-Scootern abgesehen - immer einen Kompromiss dar. Der Senioren Scooter lässt sich draußen nicht mit Saft betanken? Wer die Batterien mitnimmt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Akkus trocken und frostfrei lagern - und gleichzeitig an der Steckdose der Mietwohnung geparkt für den nächsten Einsatz aufladen. Während der Fahrer mit anderen Dingen beschäftigt ist: Weil das Ladegerät bei vollem Akku automatisch stoppt, ist ein Überladen nicht zu befürchten. Im Gegenteil: Nur ein voll gelagerter Akku ist ein ausdauernder Akku. Neben robusten, schwereren Blei-Gel-Akkus gibt es Senioren Elektromobile mit leichten Lithium-Ionen-Zellen in der Größe einer Umhängetasche, die sich mit einem Handgriff vom Scooter trennen lassen. An die Wohnungsteckdose gestöpselt, beträgt die Ladezeit oft nur fünf bis sechs Stunden - und verringert sich nicht selten durch ein separat erhältliches Schnellladesystem auf ein bis zwei Stunden.

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Senioren Elektromobile - Risiko im Mietshaus?

Batterie, gut und schön, aber wohin mit dem Rest des Scooters? Schließlich darf ein Seniorenmobil auch im Supermarkt dahinrollen, wieso also nicht im Mietshaus? Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften müssen ein Aufstellen von Scootern in gemeinschaftlich genutzten Bereichen nicht hinnehmen. Mieter, die hier keine Absprachen treffen, riskieren die Kündigung. Mit Recht berufen sich Vermieter auf Sicherheitsaspekte wie Fluchtwege und Feuerschutz - und verlangen beispielsweise feuerfeste Polsterung und Abdeckung der Fahrzeuge. Erst im Mai 2014 brach Feuer im neunten Stock eines Hochhauses in Cornwall aus, weil ein Mieter seinen Senioren Scooter dort im Flur aufgeladen hatte. Während sich Großbritanniens Vermieter längst mit entsprechenden Regelungen auf die Elektromobil-Nutzung in Mietobjekten eingestellt haben, ist die Situation in den meisten deutschen Mietverträgen noch Neuland. Trotzdem müssen auch deutsche Vermieter zwischen den Interessen Gehbehinderter und der Sicherheit der übrigen Mietparteien abwägen.

Scooter abstellen: Vermieter mit ins Boot holen

Mieter tun gut daran, die Problematik vor dem Kauf anzusprechen, um ihrem Vermieter Gelegenheit zu geben, (kostenpflichtige) Unterstellmöglichkeiten zu schaffen. Oder dem Mieter zu erlauben, einen Schuppen oder abschließbaren Container selbst aufzustellen. Auch Rampen sind zu genehmigen. Spezielle Außenboxen dazu gibt es schon, die neben dem Hauseingang des Mietshauses aufgestellt werden. Achtung: Der Abstand der Box zu Hauswand und Fenstern muss aus Gründen von Einbruchs- und Feuerschutz groß genug sein! Gute Chancen auf Durchsetzung bestehen, wo Senioren Elektromobile zur Alltagsbewältigung zwingend sind, aber nicht jedes Haus oder Grundstück ist auch dazu geeignet. Immer verpflichtend: Die Haftpflichtversicherung für als Krankenfahrstuhl eingestufte Fahrzeug. Für Schäden - etwa durch Diebstahl - muss der Mieter selbst Sorge tragen. Der zerlegbare Scooter steht doch in der Mietwohnung? Dann hat der Vermieter das Recht zu überprüfen, ob er dort den Fluchtweg verbarrikadiert.

Zerlegbarer Scooter auf Krankenschein

Alle, die das Risiko scheuen, sich zum Aufladen ihres Scooters illegal am Hausstrom zu bedienen, müssen sich Orientierung über Verbrauchskosten nach Leistung des Scooters bzw. die Stromkosten verschaffen: Wieviel kW verbraucht mein Seniorenmobil im Schnitt? Und was was kostet mich der Mobilitätsspaß, wenn ich meinen derzeitigen Stromtarif behalte? Ein Euro pro Kilometer mögen als erster, grober Richtwert gelten. Die gute Nachricht: Ein Anbieterwechsel ist Mietersache - bedarf also nicht der Zustimmung. Ist der zerlegbare Scooter als Fortbewegungsmittel verordnet, übernimmt die Kasse die Stromkosten (Musteranträge im Netz zum Download). Denn Scooter sind Hilfsmittel mit Hilfsmittelnummer, die der Arzt bei medizinischer Indikation verordnen kann.

Die Kostenübernahme erfolgt unabhängig von einer Pflegestufe. Allerdings zahlen die Kassen nur 6 km/h-Fahrzeuge: Wer sich mehr Power wünscht, muss die Differenz drauflegen oder seinen zerlegbaren Scooter selbst zahlen. Zuschüsse leistet auch das Sozialamt; ein steuerliches Absetzen des Scooters als außergewöhnliche Belastung ist möglich - dazu zählen auch Umbauarbeiten oder die Rampe zum Befahren des Hauseingangs. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können hier auf die professionelle Kompetenz erfahrener Fachhändler zählen - von Erstberatung über Scooter-Handling bis zu Praxistest und Probefahrt.

 

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