Was verbraucht ein Elektromobil an Strom und wie lade ich den Akku richtig?
Viele Kundinnen und Kunden fragen uns vor dem Seniorenmobil Kauf, was das Laden eigentlich kostet und ob der Akku, also die Batterie, täglich geladen werden darf. Die gute Nachricht vorweg, ein Seniorenmobil ist ein sehr sparsames Fahrzeug. Hier erklären wir Ihnen ehrlich, mit welchen Stromkosten Sie rechnen können, wie Sie richtig laden und wer die Kosten übernimmt, wenn das Geld knapp ist.
Wie viel Strom verbraucht ein Seniorenmobil beim Laden?
Die meisten Seniorenmobile fahren mit zwei 12 Volt Batterien, zusammen also mit 24 Volt. Die Kapazität liegt je nach Modell zwischen etwa 20 und 100 Amperestunden. Eine komplette Ladung benötigt inklusive Ladeverlusten grob 0,5 bis 2,5 Kilowattstunden Strom. Bei einem Strompreis von rund 0,30 bis 0,40 € je Kilowattstunde kostet eine volle Ladung damit ungefähr 20 Cent bis 1 €.
| Fahrzeugklasse | Akkugröße ca. | Strom je Vollladung ca. | Kosten je Ladung ca. |
| Kleines, faltbares Seniorenmobil | 20 bis 40 Ah | 0,5 bis 1,2 kWh | 0,20 bis 0,45 € |
| Mittleres Seniorenmobil, 6 bis 10 km/h | 50 bis 75 Ah | 1,2 bis 2,2 kWh | 0,40 bis 0,85 € |
| Großes Seniorenmobil, 10 bis 15 km/h | 80 bis 100 Ah | 2,0 bis 3,0 kWh | 0,70 bis 1,20 € |
Diese Werte sind ehrliche Richtwerte. Im Alltag liegt der tatsächliche Verbrauch meist darunter, weil der Akku selten ganz leer gefahren wird und das Ladegerät dann entsprechend weniger Strom nachladen muss.
Ehrliche Einordnung: Selbst bei täglicher Nutzung liegen die Stromkosten für ein Seniorenmobil in der Regel bei wenigen Euro im Monat, meist deutlich unter 10 bis 15 €. Ein Seniorenmobil gehört damit zu den günstigsten Fortbewegungsmitteln überhaupt.
Akku richtig laden, so machen Sie es im Alltag
Abends anschließen, morgens losfahren
Die bewährte Routine ist einfach. Schließen Sie Ihr Seniorenmobil abends nach der letzten Fahrt an das original Ladegerät an und lassen Sie es über Nacht laden. Eine vollständige Ladung dauert bei den üblichen Blei Akkus etwa 6 bis 12 Stunden. Moderne Ladegeräte schalten nach dem Ladevorgang automatisch auf Erhaltungsladung um, sodass der Akku über Nacht nicht überladen wird. Morgens steht Ihr Seniorenmobil dann voll geladen bereit.
Darf ich täglich laden?
Ja, bei den üblichen Blei Akkus, also AGM oder Gel Batterien, ist tägliches Laden sogar gut. Diese Batterien fühlen sich am wohlsten, wenn sie möglichst voll gehalten werden. Einen Memory Effekt gibt es bei ihnen nicht. Schädlich ist dagegen das Gegenteil, nämlich Tiefentladung. Fahren Sie den Akku deshalb möglichst nicht komplett leer und lassen Sie das Fahrzeug nicht wochenlang entladen stehen.
Die wichtigsten Laderegeln auf einen Blick
- Immer das original Ladegerät des Herstellers verwenden
- Nach jeder größeren Fahrt laden, am besten abends über Nacht
- Den Akku möglichst nicht unter 20 bis 30 Prozent Restladung fahren
- In einem trockenen, frostfreien Raum laden, ideal sind etwa 10 bis 25 Grad
- In der Winterpause den Akku alle 2 bis 4 Wochen nachladen
- Bei Lithium Akkus gelten teils andere Regeln, hier sind Teilladungen unproblematisch, die Angaben des Herstellers gehen immer vor
Unser Tipp aus der Praxis: Die Ladebuchse und der Stecker sollten sauber und trocken sein. Geladen wird an einer ganz normalen Haushaltssteckdose, ein Starkstromanschluss ist nicht erforderlich.
Wer trägt die Stromkosten, wenn das Geld knapp ist?
Bei Versorgung über die Krankenkasse
Wurde Ihr Elektromobil als Hilfsmittel von der gesetzlichen Krankenkasse bereitgestellt, gehören die Betriebskosten grundsätzlich mit zur Versorgung. Das Bundessozialgericht hat bereits in den 1990er Jahren entschieden, dass Krankenkassen die Stromkosten für den Betrieb eines elektrischen Hilfsmittels tragen müssen. Viele Kassen zahlen dafür auf Antrag eine kleine jährliche Pauschale. Stellen Sie dazu einfach einen formlosen, schriftlichen Antrag bei Ihrer Krankenkasse und fragen Sie ausdrücklich nach der Erstattung der Ladestromkosten für Ihr Hilfsmittel.
Bei Bürgergeld oder Grundsicherung
Der Haushaltsstrom ist grundsätzlich im Regelsatz enthalten. Für den Ladestrom eines von der Kasse gestellten Elektromobils ist trotzdem zuerst die Krankenkasse zuständig, stellen Sie den Antrag also dort. Haben Sie Ihr Seniorenmobil privat gekauft, können Sie beim Sozialamt oder Jobcenter nachfragen, ob die Ladekosten im Einzelfall zusätzlich anerkannt werden. Ehrlich gesagt, ein automatischer Anspruch besteht hier nicht, ein freundlicher Antrag kostet aber nichts und Einzelfallentscheidungen sind möglich.
So weisen Sie die Kosten einfach nach
Ein einfaches Strommessgerät für die Steckdose, erhältlich ab etwa 10 bis 15 €, wird zwischen Steckdose und Ladegerät gesteckt und zählt den Verbrauch mit. Notieren Sie den Verbrauch über einen Monat, damit haben Sie einen belastbaren Nachweis für Krankenkasse oder Sozialamt.
Ehrlicher Hinweis: Rechtliche Vorgaben und die Praxis der Kassen können sich ändern und im Einzelfall unterscheiden. Fragen Sie im Zweifel direkt bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Sozialamt nach. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch unter 04103 96 54 104, Mo bis Fr 9 bis 17 Uhr, Sa 9 bis 13 Uhr.